Gerichtliche Durchsetzung Unterhalt bei Wechselmodell

  • 15.03.2017

Die Vertretung Minderjähriger bei gemeinsamer elterlicher Sorge unterliegt der in § 1795 BGB geregelten Beschränkung, um eine Gefährdung der Interessen des Minderjährigen durch Mißbrauch der Vertretungsmacht zu verhindern.
Bei der Geltendmachung und Durchsetzung von gerichtlichen Unterhaltsansprüchen ist jedoch ausnahmsweise der Elternteil zur Vertretung zur Vertretung des Kindes berufen, in dessen Obhut sich das Kind befindet. Allerdings nur, wenn sich bei diesem Elternteil auch der Schwerpunkt der tatsächlichen Führsorge und Betreuung befindet.
Bei der Konstellation des Wechselmodells greift die Ausnahmeregelung nicht ein, da es an dem für das Obhutsverhältnis notwendigen Schwerpunkt der Betreuung fehlt. Im Falle eines Wechselmodells muss also derjenige Elternteil, der den anderen für barunterhaltspflichtig hält, entweder die Bestellung eines Pflegers für das Kind zur Vertretung bei der Geltendmachung des Unterhaltsanspruches herbeiführen oder beantragen, ihm die Entscheidung zur Geldtendmachung von Kindesunterhalt allein zu übertragen. Zwischen diesen beiden Wegen besteht ein Wahlrecht.
(OLG Frankfurt 6 UF 60/16)